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 Schlechte Nachrichten für Freunde des Angelsports: Fische sind offenbar weit mehr als bloße Reflexmaschinen. Sie nehmen Schmerzen bewusst wahr und leiden unter ihnen. Forscher fordern deshalb, sie mit Vögeln und Säugetieren auf eine Stufe zu stellen. Lesen Sie mehr!
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Tiernutzung Folgen für Mensch & Umwelt
 Landkreis Leer, Friedhof der Rabenvögel
 Kontakt zu Andreas Grauer
Tierärztlichen Hochschule Hannover, Institut für Wildtierforschung
Tel.: 0511 / 856-7396
Fax: 0511 / 856-7696
andreas.grauer@tiho-hannover.de
 Hintergrund
Die Tötung der Rabenvögel gehört zu einem Gesamtkonzept der Niedersächsischen Landesregierung zum Schutz der Wiesenvögel. Dieses umfasst die Schaffung von Naturschutzgebieten gegen Flächenverluste, den Schluss von Vertragsnaturschutzprojekten gegen den schädlichen Einfluss der Landwirtschaft und die Bekämpfung natürlicher Feinde der Wiesenvögel.

Vogelmassaker in Norddeutschland
Im Auftrag der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Institut für Wildtierforschung) wurden im Landkreis Leer im Namen der Forschung bereits 5700 Rabenvögel getötet.

Es gilt herauszufinden,
1) wie schädlich der Einfluss von Rabenvögeln (Krähen und Elstern) auf die Bestandsentwicklung von Wiesenbrütern, insbesondere dem Kiebitz, ist, und
2) ob der grundsätzlich EU-Weit verbotene Einsatz des norwegischen Krähenfangs (nichtselektive Krähenmassenfallen) und das anschließende Erschlagen der Krähen ein geeignetes Mittel zur Reduktion der Rabenvögel-Population ist.

Ziel ist es, zu beweisen, dass Rabenvögel in Landkreis Leer hauptverantwortlich für die Populationsbedrohung der Wiesenbrüter sind. Gelingt dies, so soll den Jägern in Leer über eine Ausnahmegenehmigung in Zukunft ohne wissenschaftliche Begleitung der Einsatz der Krähenmassenfallen erlaubt werden.

Andreas Grauer ist zuständig für dieses Projekt. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Wildtierforschungs und Diplom-Forstwirt (Förster). In einem Telefonat versicherte er uns, dass es niemandem Spaß mache, Krähen zu erschlagen. Wir könnten froh sein, dass die Jäger die Massenfallen aus eigener Tasche bezahlten und ihre Freizeit opferten, um auf 1000m² Rabenvögel zu töten. So geil auf's Töten seien Jäger nun auch nicht. Aber wenn es niemanden gäbe, dem es Spaß mache, zu jagen, würde Niedersachen Leute dafür bezahlen müssen. Dies sei zu teuer, wie auch alternative Methoden wie das großflächige Einsetzen von Chips mit dem Ziel einer geringeren Geburtenrate bei Rabenvögel.

Somit bestätigte Herr Grauer, dass es Alternativen gibt, um das Raubverhalten der Rabenvögel zu untersuchen. Auch wären Mikrochips zur Überwachung des schädlichen Einflusses der Krähen und Elstern denkbar. Man kann jedoch auch von der anderen Seite Ansätzen und zusammen mit den Wiesenbrütern auf Räuber warten um diese zu identifizieren. Nur schließen all diese Vorgehensweisen weder die Tötung von Raben noch die Legalisierung verbotener Krähenmassenfallen mit ein.

Wir glauben, dass nicht zuletzt das Engagement im Jagdverband des Projektleiters Prof. Pohlmeyer zu einer derart blutigen Art der Forschung geführt hat, die zudem den Jägern mehr Rechte und den Einsatz verbotener Fangmethoden in Aussicht stellt.
Es muss daher nicht nur erreicht werden, dass das Forschungsprojekt umgehend eingestellt wird, sondern es darf auch nicht zu der Genehmigung von Massenfallen ohne wissenschaftliche Begleitung kommen. Vielmehr muss nach alternativen Methoden zum Schutz von Wiesenbrütern gesucht werden, die den Lustmord ausschließen.

Dr. Hans-Wolfgang Helb, Technische Universität Kaiserslautern, FB Biologie, Abt. Ökologie, Dr. Ulrich Mäck, Dr. Wolfgang Epple und Prof. Dr. Hans-Heiner Bergmann haben zu diesem Zweck eine Petition veröffentlicht. Sie verweisen auf der Grundlage eigener Untersuchungen und wissenschaftlicher Studien darauf, dass der Einfluss von Rabenvögeln auf Wiesenvögel deutlich überschätzt wird. Dies könne auch im Landkreis Leer mit ihren unblutigen Forschungsmethoden nachgewiesen werden. (smn, 30.03.2005)

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