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 Schlechte Nachrichten für Freunde des Angelsports: Fische sind offenbar weit mehr als bloße Reflexmaschinen. Sie nehmen Schmerzen bewusst wahr und leiden unter ihnen. Forscher fordern deshalb, sie mit Vögeln und Säugetieren auf eine Stufe zu stellen. Lesen Sie mehr!
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TiernutzungFolgen für Mensch & Umwelt
 1 Würstchen = 125 Kartoffeln
 Ihr Wasser für Deinen Luxus

Quellen:

1) Berliner Zeitung, 26.11.2005

2) „Children and water: global statistics”, UNICEF 2006

3) Proceedings des „International Expert Meeting on Virtual Water Trade”, IHE Delft, 2003

4) „Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands”, WWF 2009

Kinder verdursten weil wir Fleisch essen

Fakt 1: Der Fleischkonsum in Industrieländern wächst unaufhaltsam. Fleisch wird immer günstiger und gehört mittlerweile zum täglichen Speiseplan. In Bezug auf das durchschnittliche Nettoeinkommen in Deutschland ist der Preis für Schweinefleisch in den letzten 60 Jahren um fast 60 % gefallen. Infolgedessen stieg der Fleischkonsum von 26,2 kg (1961) auf 60,7 kg (2004) pro Kopf und Jahr.[1] Fakt 2: Fast eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu Trinkwasser. Als direkte Folge des Trinkwassermangels stirbt alle 20 Sekunden ein Kind durch Verdursten oder Flüssigkeitsverlust nach Magen-Darm-Infektionen, ausgelöst durch Keime im Wasser.[2]

Diese beiden scheinbar unabhängigen Tatsachen sind direkt miteinander verknüpft. Im Rahmen der Meatout Tage unter dem Motto „Leben und leben lassen!“ sowie in Vorbereitung auf den Welt Wasser Tag plant Tierrecht aktiv, am 19. März 2011 ab 12 Uhr, ein einzelnes Würstchen insgesamt 125 Tellern mit Kartoffeln gegenüberzustellen. Denn: Während zur Herstellung einer Kartoffel (100 Gramm) 13 Liter Wasser benötigt werden, so bedarf es für ein durchschnitt-liches Hühnerei schon 350 Liter. 100 Gramm Rindfleisch verschlingen immense 1670 Liter Wasser. Für die Produktion von 125 Kartoffeln wird also die gleiche Menge Wasser benötigt wie zur Herstellung von einem 100 Gramm Fleisch.[3] Mit unserer Aktion möchten wir die Verschwendung von Rohstoffen verdeutlichen, die mit der Fleischproduktion einhergeht. Große Infotafeln zeigen Passanten die Hintergründe der Ressourcen-Verschwendung und erklären das damit verbundene Elend in Entwicklungsländern.

Wie führt der Fleischkonsum in Industriestaaten zu Wasserknappheit in Entwicklungsländern?
Der Unterschied in der benötigten Wassermenge bei der Herstellung von Fleisch und Kartoffeln lässt sich nicht allein damit begründen, dass zur Fleischproduktion Nutztiere getränkt werden. Der Großteil des benötigten Wassers wird für den Anbau von Futtermitteln wie Sojaschrot, Ölsaat oder Kokos benötigt. Diese Futtermittel werden jedoch hauptsächlich in Entwicklungsländern produziert und dann in die Fleisch produzierenden Industrieländer exportiert. Dadurch wird der Bevölkerung von Ländern wie Indonesien, Indien und Brasilien lebensnotwendiges Wasser entzogen. Deutschland importiert pro Jahr über 60 Milliarden Tonnen virtuelles Wasser. Hierbei entfallen über 13 Milliarden Tonnen allein auf die Entwicklungsländer Brasilien, Elfenbeinküste und Indonesien. 32 % des virtuellen Wassers kommen durch den Import von Fleisch und Tierfuttermittel zustande. Die Konsequenz, die sich daraus ergibt, ist simpel: Auf Fleisch verzichten heißt Menschenleben retten.

Ein konkretes Beispiel: Brasilien
Brasilien ist das süßwasserreichste Land der Erde. Gleichzeitig haben 13 % der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Unvorstellbare 73,8 Milliarden Tonnen Wasser wurden in Brasilien im Jahr 2004 bei der Herstellung von Exportgütern verbraucht. Tendenz steigend. Dieses Wasser fehlt den 25 Millionen Menschen in Brasilien, die unter Wassermangel leiden. Würde man die 25 Millionen Brasilianer ohne Trinkwasserzugang mit knapp 100 Litern Frischwasser pro Tag versorgen wollen, so bedarf dies 900 Millionen Tonnen Wasser pro Jahr. Diese Wassermenge könnte leicht zur Verfügung gestellt werden, denn allein Deutschland entwendet der brasilianischen Bevölkerung jährlich mehr als doppelt so viel Wasser durch den Import von Sojaschrot als Futtermittel. (smn)

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